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Trackday Ernährung: Mehr Fokus am Nachmittag – weniger Stürze auf der Rennstrecke

Aktualisiert: 11. März

Wer Rennstrecke fährt, kennt dieses Gefühl: Du rollst aus der Box, die Reifen sind auf Temperatur, der Blick wird weit – und plötzlich ist da dieser Flow. Freiheit, Präzision, Adrenalin, Leidenschaft, dieser Kick von Geschwindigkeit – aber auch etwas, das viele unterschätzen: Mentale Klarheit.


Und genau die entscheidet am Ende darüber, ob du saubere Runden drehst oder ob es am Nachmittag plötzlich „komisch” wird.


Ich beobachte seit Jahren ein Muster:

  • Vormittags läuft es bei den meisten rund.

  • Nachmittags passieren hingegen auffällig viele Stürze.


Nicht, weil die Leute mittags plötzlich das Fahren verlernen. Sondern weil der Körper – und damit der Kopf – in einen Zustand gerät, der auf der Rennstrecke nichts zu suchen hat. Konzentrationsverlust.



Warum passieren am Nachmittag so viele Unfälle?


Verdauungsstress: Du willst fahren, dein Körper will verdauen


Der Klassiker ist die Mittagspause: große Portion, fettig, schwer – oder einfach zu viel. Was viele nicht bedenken: Verdauung ist Arbeit. Und zwar richtig. Der Körper schaltet in den „Verdauungsmodus“ um.

  • mehr Aktivität im Magen-Darm-System

  • mehr Belastung für Kreislauf und Stoffwechsel

  • oft spürbar als Müdigkeit, Trägheit und weniger Reaktionsschärfe


Wenn du dann wieder aufs Bike steigst, merkst du es manchmal erst im Turn.

  • der Blick wird enger

  • das Timing wird unpräziser.

  • du bist nicht mehr so „spitz“ im Kopf.


Auf der Rennstrecke reicht genau das – und aus einem kleinen Fehler wird schnell ein großer.


Zucker-Achterbahn: kurzer Push – harter Drop


Viele greifen mittags oder zwischen den Trainingseinheiten zu Süßem oder zuckerhaltigen Getränken. Das gibt kurzfristig einen Push, doch danach fällt der Pegel oft ab.


Das fühlt sich an wie:

  • „Irgendwie bin ich nicht richtig da.“

  • schlechtere Entscheidungen

  • ein unruhiger Rhythmus

  • weniger Konzentration in Schlüsselmomenten


Dehydration ist der unsichtbare Gegner in der Kombi


Die Rennstrecke ist körperlich anspruchsvoll. Lederkombi, Hitze, Puls, Stress, Adrenalin. Schon eine leichte Dehydration kann die Konzentration merklich senken, ohne dass du es sofort bemerkst.


Und genau deshalb: Trinken ist kein Nice-to-have. Trinken ist ein Sicherheitsfaktor.


Kumulative Ermüdung: Der Tag summiert Fehler


Sechs Turns à 20 Minuten sind nicht „ein bisschen Motorradfahren“. Das ist ein Tag mit hoher mentaler und körperlicher Beanspruchung.


Der Kopf wird mit jedem Turn etwas müder, was normal ist. Entscheidend ist, wie gut du damit umgehst.



Trackday-Ernährung: einfach, praxistauglich und umsetzbar


Ich schreibe hier keinen professionellen Ernährungsplan. Dafür gibt es zu viele individuelle Faktoren wie Gewicht, Hitze, Turnplan, Ziele und Unverträglichkeiten. Aber ich kann dir ein solides Grundsystem geben, mit dem du als Hobbyfahrer viel richtig machst.


Max Neukirchner, erfolgreichster deutscher Superbike-WM Profi und EWC-Weltmeister als Crew Chief beim Yamaha Team YART
Max Neukirchner, erfolgreichster deutscher Superbike-WM Profi und EWC-Weltmeister als Crew Chief beim Yamaha Team YART

1) Das Frühstück – das Fundament deines Tages


Für mich ist das Frühstück eine der wichtigsten Mahlzeiten am Trackday. Nicht „alles rein“, sondern stabil und sinnvoll. Eine gute Basis sind zum Beispiel:

  • Haferflocken/Müsli (keine Zuckerbombe) + Joghurt/Skyr + Obst

  • Vollkornbrot/Brötchen + Eier + etwas Obst

  • Kaffee ist okay, wenn du ihn gewohnt bist


Ziel: stabile Energie, kein Crash.


2) Zwischen den Turns: klein, leicht, regelmäßig


Zwischen den Turns brauchst du keine großen Mahlzeiten. Du brauchst Stabilität.


Gute Snacks sind:

  • Banane, Apfel, Birne

  • Handvoll Nüsse

  • Eiweißriegel (aber nicht zu süß)

  • kleines Sandwich/Wrap (halb reicht oft)


3) Mittagspause: Hier passieren die meisten Fehler


Die Mittagspause ist für viele der Zeitpunkt, an dem sie unbewusst die nächste Trainingseinheit „kaputt essen“.


Mein Rat: Iss leicht. Iss so, dass du dich danach nicht schwer fühlst.


Gute Optionen sind:

  1. Wrap mit Protein (z. B. Hähnchen oder Thunfisch) und Salat

  2. Reis + Protein + etwas Gemüse

  3. Skyr/Joghurt + Obst

  4. oder eine flüssige Mahlzeit (Meal/Food in a Bottle).


Warum ich das mag: Du bist satt, aber dein Körper hat oft weniger „Stress” beim Verdauen.


Wichtig: Eine große „normale“ Mahlzeit braucht Zeit. Du willst nach dem Mittagessen fahren und nicht verdauen.


4) Nachmittag: nur nachlegen, nicht zuschütten


Wenn Hunger kommt, reicht eine kleine Portion. Und bitte nicht nur Süßes, sondern besser Obst und Eiweiß.


5) Trinken: Einfach, aber entscheidend!


Für die meisten Hobbyfahrer reicht stilles Wasser. Wenn du isotonisch willst, ist das ganz einfach:


DIY-Iso-Drink:

  • Apfelsaft + Wasser (z. B. im Verhältnis 50:50 oder wie du es verträgst)

  • eine Prise Jodsalz

  • Fertig



Abends: Genießen – du hast es dir verdient!


Ich will niemandem vorschreiben, was er abends essen soll. Wenn du den Tag über gesund geblieben bist, genieß deinen Abend. Auch ein Bier ist okay, denn das ist dein Hobby, deine Leidenschaft.


Fazit: Du kannst nur so präzise fahren, wie du dich „betankst”.


Die Rennstrecke ist Freiheit, aber sie ist auch Verantwortung. Für dich, für dein Bike und für die Leute um dich herum.


Wenn du dir deinen Trackday gönnst, dann hol das Maximum raus: mehr Fokus, weniger Fehler, mehr Sicherheit und mehr Spaß.


👉 Hol dir meinen Trackday-Ernährungs-Spickzettel



Viele Grüße

Max Neukirchner

TopSBK Riding School

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